Barrierefreiheit in der Informationstechnik

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Der Anteil der älteren Menschen in Deutschland wächst. Die gesamte Gesellschaft arbeitet zügig an der Verbesserung der Barrierefreiheit von Gebäuden, Wohnungen und Straßenbahnhaltestellen. Mit einem guten Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) begann im Jahr 2002 in Deutschland die Diskussion über barrierefreie Gestaltung von Informationstechnik, besonders von Webseiten.

Knapp zehn Jahre danach liegt Deutschland bei der Umsetzung weit hinter anderen europäischen Ländern. Warum? Was man nicht anstrebt, wird man nicht ereichen. Die bayerische Verordnung zur Umsetzung des BGG legt fest: „Soweit die Herstellung der Barrierefreiheit aus finanziellen, wirtschaftlichen und verwaltungsorganisatorischen Gründen unverhältnismäßig … ist, kann von einem barrierefreien Angebot abgesehen werden.“ Wer kein Geld ausgeben oder kein Personal dafür abstellen will, muss also nicht.

Warum sind barrierefrei zugängliche Webseiten heute noch wichtiger als vor zehn Jahren?

Mit etwa 50 Lebensjahren erreichen gesunde Menschen den Höhepunkt ihrer motorischen Fähigkeiten: Höchste Präzision im Zielen und Greifen. Von da an lässt die Motorik langsam nach. Parallel verschlechtert sich das Kontrastsehen.

Bei den meisten Verrichtungen des Alltags spielen diese Veränderungen kaum eine Rolle, wohl aber beim Umgang mit technischen Geräten. Typische Negativbeispiele sind schlecht lesbare Bedienelemente mit schwachen Lichtquellen hinter dunkelbraunen oder dunkelgrauen Plastikscheiben. Zu dieser Ignoranz beim Produkt-Design passen dunkelgrau beschriftete Bedienknöpfe in schwarzer Farbe, versenkt im schwarzen Gehäuse.

Alternde Menschen kommen also langsam in eine Situation, in der sich ihre Interessen treffen mit denen von Blinden, Sehbehinderten oder motorisch Behinderten. Sogar Menschen ohne jede körperliche Einschränkung wissen Webseiten zu schätzen, die gut lesbar und übersichtlich strukturiert sind, so dass man zu jeder Zeit weiß, wo man sich befindet und was man weiter tun kann. Wenn die Seiten durch gute Technik und Gestaltung schnell geladen werden, bleiben kaum noch Wünsche offen.

Was ist nötig um barrierefreie Webseiten anzubieten?

Am Anfang steht der Wille. Danach genügt es, einige wenige Regeln einzuhalten. Hier sind erste Informationen dazu.

Später sollte immer geprüft werden, ob der beauftragte Dienstleister tatsächlich umgesetzt hat, was bestellt war. Blindes Vertrauen in Fachleute ist nicht immer ratsam.

Wenn jemand erzählt, eine barrierefreie Webseite werde natürlich viel teuerer, sind erste Zweifel angebracht. Erstens wird es nicht viel teurer, wenn man das Fach beherrscht. Zweitens kommen die Mehrkosten wegen der Änderungsfreundlichkeit barrierefreier Seiten schon bei der nächsten Überarbeitung wieder herein.

Wollen Sie mehr wissen? http://netz-der-moeglichkeiten.de

Tipp: Das Seniorenbüro Hennef bietet sowohl im Internet, als auch in zahlreichen Treffen viele hilfreiche Informationen für ältere Menschen an.

Bild: Bigstockphoto.com / Rawpixel.com

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