Türschwellen, ein schwer zugängliches Bad oder dunkle Wege erschweren den Alltag. Oft helfen schon kleine Änderungen, damit Bewohnerinnen und Bewohner sich selbstständiger und sicherer bewegen können. Welche Änderungen sinnvoll sind, hängt davon ab, was der Person schwerfällt und wie die Wohnung geschnitten ist.
Achten Sie darauf, wo jemand zögert, Halt sucht oder Gegenstände schwer erreicht. Lose Teppiche, Kabel und ungünstig platzierte Möbel lassen sich oft schnell ändern. Änderungen an Böden, Türen oder im Bad sollten vor Ort geplant werden.
Erst die Wege prüfen
Gehen Sie gemeinsam die üblichen Wege ab, etwa vom Bett zum Bad oder von der Wohnungstür zur Küche. Achten Sie darauf, wo sich die Person festhält, ausweicht oder Unterstützung braucht. Dinge, die oft gebraucht werden, sollten so stehen, dass man sie ohne Strecken oder Bücken erreicht.
Entfernen oder sichern Sie lose Teppiche und nehmen Sie Kabel aus den Laufwegen. Möbel lassen sich so umstellen, dass mehr Platz zum Gehen und Wenden bleibt. Diese Änderungen erfordern keinen Umbau und können Stolperstellen beseitigen. Wenn die Person häufig stürzt oder bestimmte Wege nicht mehr sicher schafft, braucht es zusätzlich eine Einschätzung ihrer Situation.
Türschwellen und Übergänge
Eine Schwelle kann beim Gehen, mit einem Rollator oder mit einem Rollstuhl zum Hindernis werden. Prüfen Sie zuerst, ob Sie die Schwelle entfernen oder so anpassen können, dass kein Absatz bleibt. Ist das baulich nicht ohne Weiteres möglich, kommt je nachdem, wie die Schwelle eingebaut ist, eine kleine Rampe infrage. Sie muss fest liegen und darf selbst keine Stolperstelle bilden.
Es gibt keine Lösung, die für jede Schwelle passt. Höhe, Platz und die Art der Fortbewegung bestimmen, ob eine Rampe praktikabel ist. Lassen Sie den Übergang bei größeren Arbeiten vor Ort beurteilen. Achten Sie außerdem darauf, dass unterschiedliche Bodenbeläge an der Tür fest sitzen und keine hochstehenden Kanten bilden.
Haltegriffe sicher befestigen
Ein Haltegriff hilft beim Aufstehen oder beim Ein- und Aussteigen aus der Dusche, wenn er an der passenden Stelle sitzt und fest verankert ist. Setzen Sie den Griff dort, wo die Person ihn bei der Bewegung braucht. Ein Griff neben der Toilette muss beispielsweise beim Hinsetzen und Aufstehen erreichbar sein.
Befestigen Sie Griffe nicht einfach an einer beliebigen Stelle. Die Wand muss die Belastung zuverlässig tragen; Gipskartonwände brauchen dafür gegebenenfalls eine geeignete Verstärkung. Auch ein Duschklappsitz muss sicher montiert sein. Wenn Wandaufbau oder Befestigung unklar sind, sollte ein Fachbetrieb die Stelle prüfen.
Das Bad schrittweise anpassen
Im Bad zählt zuerst, welche Handlung Schwierigkeiten bereitet: der Einstieg in die Dusche, das Aufstehen, das Erreichen der Armaturen oder das Bewegen zwischen Waschbecken, Toilette und Dusche. Je nach Bedarf helfen ein sicher befestigter Griff, eine geeignete Sitzmöglichkeit oder mehr Bewegungsfläche. Gezielte Anpassungen können dafür ausreichen; eine vollständige Sanierung ist nicht immer nötig.
Bei einem größeren Umbau kann eine ebenerdige Dusche den Einstieg erleichtern. Auch eine veränderte Raumaufteilung kommt infrage. Waschbecken und Toiletten lassen sich höhenverstellbar planen. Bodenaufbau und Leitungen müssen gemeinsam mit der Abdichtung geplant werden. Lassen Sie auch prüfen, ob die Tür breit genug ist. Eine Verbraucherzentrale nennt für Bad- und WC-Türen mindestens 80 Zentimeter und nach Möglichkeit 90 Zentimeter als Orientierung. Ob das für eine bestimmte Gehhilfe oder einen Rollstuhl reicht, hängt von der konkreten Situation ab.
Für nachträglich benötigte Griffe lässt sich bei einer Badrenovierung eine Verstärkung in der Wand vorsehen. Das ist besonders nützlich, wenn die genaue Position noch nicht feststeht. Planen Sie außerdem ein gleichmäßiges, blendfreies Licht ein, das keine starken Schatten wirft.
Böden und Licht verbessern
Glatte Böden und lose Badematten können das Gehen erschweren. Sichern oder entfernen Sie Läufer, und prüfen Sie, ob Matten im Bad verrutschen. Ein neuer Bodenbelag sollte genug Halt bieten, besonders in Feuchträumen, und sich im Bad gut reinigen lassen. Kleine Fliesen haben mehr Fugen und sind nach Angaben der Verbraucherzentrale in der Regel weniger rutschig; großformatige Fliesen lassen sich leichter reinigen.
Gutes Licht hilft, Wege, Kanten und Gegenstände zu erkennen. Prüfen Sie besonders den Eingangsbereich, den Flur, den Weg zum Bad und das Badezimmer. Helles Licht, das möglichst wenig Schatten wirft, und gut erkennbare Kontraste helfen bei der Orientierung. Bewegungsmelder oder ein Nachtlicht an der Steckdose können den Weg in der Nacht erleichtern. Welche Helligkeit angenehm ist, hängt vom Sehvermögen und den Vorlieben der Person ab; vermeiden Sie blendende Leuchten.
Umbauten planen und bezahlen
In einer Mietwohnung sollten Sie die Vermieterseite einbeziehen, bevor Sie in die Bausubstanz eingreifen. Klären Sie schriftlich, welche Arbeiten erlaubt sind, wer die Kosten trägt und ob beim Auszug ein Rückbau verlangt wird. Eine Vereinbarung schafft für beide Seiten Klarheit. Ob ein Anspruch auf Zustimmung besteht, hängt von der konkreten Maßnahme und den Umständen ab.
Bei anerkanntem Pflegegrad kann die Pflegekasse auf Antrag geeignete Anpassungen des Wohnumfelds bezuschussen; für Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 beträgt der Zuschuss laut Bundesgesundheitsministerium bis zu 4.180 Euro. Die Pflegekasse bezuschusst nicht automatisch jeden Umbau oder die Wohnung jeder älteren Person. Beantragen Sie den Zuschuss vor Beginn der Arbeiten und lassen Sie sich von der Pflegekasse zu den nötigen Unterlagen beraten.
Der Zuschuss für barrierereduzierende Maßnahmen wurde 2026 am 31. Juli wegen ausgeschöpfter Mittel für neue Anträge gestoppt. Der Kredit „Altersgerecht Umbauen“ wird weiterhin als Angebot geführt; die aktuellen Bedingungen sollten Sie vor der Planung direkt bei der KfW prüfen. Planen Sie Fördermittel erst ein, wenn die zuständige Stelle bestätigt hat, dass Sie die Voraussetzungen erfüllen und wie Sie den Antrag stellen.