Auf dem nächtlichen Weg vom Schlafzimmer ins Bad oder über eine Treppe müssen Kanten, Stufen und Hindernisse früh erkennbar sein. Gleichmäßiges Licht ohne Blendung erleichtert die Orientierung. Schalter sollten Sie gut erreichen können. Nachtlichter beleuchten den Weg, ohne dass Sie im Dunkeln nach einem Schalter suchen müssen.
Licht hilft Ihnen, Stolperstellen zu erkennen, bietet allein aber keinen zuverlässigen Schutz vor Stürzen. Beleuchten Sie den gesamten Weg und machen Sie Treppenstufen klar sichtbar.
Laufwege gleichmäßig beleuchten
Beleuchten Sie Laufwege möglichst gleichmäßig. Dunkle Abschnitte neben hellen Bereichen erschweren die Orientierung. Ihre Augen müssen sich erst an den Helligkeitsunterschied gewöhnen. Achten Sie auch auf Hindernisse wie lose Teppiche, Kabel oder abgestellte Gegenstände: Licht macht sie sichtbarer, beseitigt sie aber nicht.
Vermeiden Sie blendende Lampen und starke Spiegelungen auf glänzenden Böden oder Fliesen. Diffuse Lichtquellen und indirektes Licht können harte Lichtpunkte abmildern. Auch Schirme helfen dabei. Entscheidend ist, dass Sie den Weg und seine Kanten erkennen, ohne direkt in die Lichtquelle zu schauen.
Flur und Nachtweg ausleuchten
Im Flur sollte das Licht bereits am Eingang erreichbar sein. Bei einem längeren Flur sollten Schalter an beiden Enden sein. So können Sie das Licht einschalten, ohne dafür erst im Dunkeln den Flur entlangzugehen.
Für den nächtlichen Weg zum Bad eignen sich Orientierungslichter, die bei Dunkelheit leuchten, oder Bewegungsmelder. Platzieren Sie sie so, dass der gesamte Weg sichtbar ist und nicht nur ein einzelner Bereich. Ein Bewegungsmelder sollte lange genug eingeschaltet bleiben, damit das Licht nicht ausgeht, solange Sie noch unterwegs sind. Prüfen Sie die Einstellung, indem Sie den Weg in normalem Tempo gehen.
Treppenstufen klar erkennen
Schalten Sie das Treppenlicht über Schalter oben und unten ein, bevor Sie die erste Stufe betreten. Achten Sie darauf, dass sie gut sichtbar und nicht durch Möbel oder Gegenstände verdeckt sind.
Die Beleuchtung sollte die Vorderkanten und Höhenunterschiede der Stufen erkennbar machen. Licht vom oberen Treppenabsatz kann die Stufen besser unterscheidbar machen; Licht von unten kann beim Hinuntergehen blenden. Eng gebündelte Strahler erzeugen außerdem leicht starke Schatten. Wählen Sie daher eine gleichmäßige Beleuchtung, die keine harten Schatten oder einzelne helle Flecken auf den Stufen wirft.
Kontrastreiche Markierungen an der ersten und letzten Stufe eines Treppenlaufs können die Orientierung zusätzlich erleichtern. Prüfen Sie, ob die Markierung gut sichtbar bleibt, wenn das Licht eingeschaltet ist. Beleuchtung und Markierungen ersetzen weder einen Handlauf noch freie, sichere Stufen.
Weg zum Badezimmer beleuchten
Beleuchten Sie den Weg vom Bett bis ins Bad, einschließlich Flur und Türbereich. Ein Nachtlicht nur im Badezimmer hilft wenig, wenn Sie den Raum im Dunkeln erreichen müssen. Automatisch einschaltendes Licht kann den Weg erleichtern, sofern es nicht blendet und lange genug leuchtet.
Im Bad sollte die Beleuchtung auch den Boden und den Bereich vor Dusche oder Badewanne sichtbar machen. Licht mindert jedoch keine Rutschgefahr. Rutschhemmende Flächen und Haltegriffe bleiben eigenständige Sicherheitsmaßnahmen.
Lichtschalter am Bett erreichbar platzieren
Platzieren Sie einen Lichtschalter oder eine Nachttischleuchte so, dass Sie sie vom Bett aus bedienen können. Dann müssen Sie nach dem Aufstehen nicht im Dunkeln nach einem Schalter suchen. Ein Nachtlicht neben dem Bett oder entlang des Weges zum Bad kann zusätzlich Orientierung geben.
Wählen Sie die Beleuchtung so, dass sie den Boden sichtbar macht, ohne Sie beim Aufwachen zu blenden. Die verfügbaren Empfehlungen nennen keine ideale Helligkeit, die für alle Nachtlichter gilt. Entscheidend ist, dass Sie den Weg und mögliche Hindernisse erkennen. Eine Taschenlampe in Bettnähe ist bei einem Stromausfall nützlich, ersetzt aber keine reguläre Beleuchtung für den nächtlichen Weg.
Beleuchtung verhindert Stürze nicht allein
Studien zu Maßnahmen gegen Stürze zu Hause untersuchen oft mehrere Veränderungen zusammen. Eine systematische Übersichtsarbeit von Cochrane berichtet, dass solche Maßnahmenbündel wahrscheinlich die Sturzrate senken. Dieser Befund lässt sich nicht der Beleuchtung allein zuschreiben. Laut dem britischen Gesundheitsinstitut NICE reichen die Studien zu Nachtlichtern allein nicht aus, um ihre Wirkung auf Stürze sicher zu belegen.
Beleuchtung bleibt eine praktische Möglichkeit, Wege und Hindernisse besser sichtbar zu machen. Prüfen Sie zusätzlich, ob Handläufe fest sitzen, Böden rutschig sind oder Gegenstände im Laufweg liegen. Beleuchtungswerte aus dem Arbeitsschutz gelten für Arbeitsstätten und sind keine verbindlichen Zielwerte für private Wohnungen.